Akupunktur

Akupunktur ist ein traditionelles Heilverfahren, das den harmonischen Fluß des Qi auf den Leitbahnen zum Ziel hat. Grundlage ist die Gesamtlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin z.B. die Elementelehre (Holz, Feuer, Erde, Metal, Wasser) und das Zusammenspiel der gegensätzlichen Energien Yin (Erde, Schatten, Kühle, Nacht, weiblich) und Yang (Himmel, Sonne, Tag, Hitze, männlich).
Alle Störungen sind so behandelbar, auch wenn die Schmerztherapie in der westlichen Welt die beste Studienlage hat.

In der alten chinesischen Tradition wurde sich eine vielschichtige Heilkunst beschrieben, die sich auf genauer Beobachtung, Empirie (Lernen aus Erfahrung) und visionären Elementen entwickelte. Zu allen Zeiten (auch heute) gibt es Menschen, die Energien spüren oder sehen können. Die Lehre von den Energieleitbahnen wurde sicher zum Großteil von „Sehern“ gelehrt. Erstaunlich ist, dass es die gleichen Energiebahnen auch im Inka-Schamanismus, wie ihn Alberto Villoldo (zum Beispiel in „Macht der vier Winde) lehrt und beschreibt, gibt. Nach der gängigen Historischen Wissenschaft gab es keine interkontinentalen Beziehungen zischen den beiden Gebieten.

Der traditionelle chinesische Arzt wurde nur solange bezahlt, wie der Patient gesund blieb. Das setzte allerdings auch voraus, dass die Anweisungen befolgt wurden. In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der scheinbar alles wichtiger ist als die eigene Gesundheit, ist bei vielen Menschen ein Umdenken erforderlich, wenn sie echte Gesundheit anstreben.

Der harmonische Fluss des Qi auf den Leitbahnen ist neben anderen Kriterien die Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Bezeichnung Energie ist auch nicht ganz richtig, aber das deutsche Wort, das der Bedeutung von Qi am nächsten kommt. Im wesentlichen ist damit die Essenz Lebendigkeit gemeint, sobald das Qi ganz erlischt, stirbt das Leben.

Qi ist die Kraft, die Leben schafft.

Weitere Bedeutungen von Qi: Ausdünstung, Luft, Atem, Einfluss, Wahrnehmung, Gefühl, Funktion, Lebenskraft.

Entsprechungen in anderen Systemen: Ki, Prana, Vril, Ruach, rLung, Orgon, Dynamis . . .

Aus der gesamten TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)- Lehre ist die Akupunktur ein Einzelaspekt, wenn auch ein sehr wichtiger. Ergänzt wird er in der TCM durch Moxibustion, Arzneitherapie, Tuina, Qigong/Tai Qi und Diätetik. In der westlichen Medizin wurde teils eigenständig an Mikrosystemen geforscht, so begründete der Franzose Nogier die Ohrakupunktur auf der Basis von altem Heilerwissen (einige seiner Patienten hatten kleine Brandmale in den Ohren, waren aber dadurch von Ihren Schmerzen befreit worden). In Japan entdeckte Yamamoto den Schädel als Mikrosystem, auf dem sich der ganze Körper behandeln lässt. Der Deutsche Gleditsch, der immer noch Kurse an der Dägfa leitet, begründete u.a. die Mund- und Zungenakupunktur.

Die Nadeln werden an bestimmten Punkten in einer bestimmten Technik gestochen um den Qi-Fluss zu begünstigen. Spezielle Schemata für Einzelsymptome gibt es zwar, bei Wahl der zu stechenden Punke wird sich der erfahrene Akupunkteur aber auch an anderen Kriterien orientieren, z.B.

  • Ba Gang: Außen-Innen, Hitze-Kälte, Fülle-Leere, Yin-Yang,
  • Lehre der Wandlungsphasen und Elemente
  • Tonisierung und Sedierung
  • Gesamtkonstitution des Patienten
  • Erfolg vorangehender Sitzungen usw.

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist auch die exakte Platzierung der Nadel, manche Punkte sind eher Areale und der Punkt muss mit der Nadel erst gesucht werden. Das Auslösen eines „DeQi“-Gefühls zeigt die exakte Lage. Dieses Gefühl reicht von einer Empfindung wie einen kleiner Stromstoß über eine Dumpfheit im Gewebe bis hin zu ausstrahlenden Sensationen. Die Dauer diese meist als unangenehm empfundenen Gefühls ist nur sehr kurz, für den Behandlungserfolg aber ausschlaggebend.

Manchmal lässt sich in der ersten Sitzung schon eine Verbesserung erzielen, vor allem bei akuten Beschwerden. Chronische Fälle bedürfen meist mehrerer Sitzungen wobei sich nach meiner Erfahrung die Akupunktur sehr gut mit anderen Therapieverfahren kombiniere läßt.

Bei Patienten, die die Nadeln nicht tolerieren, lässt sich die Behandlung auch mit dem Softlaser oder Elektroakupunkturgerät durchführen. Dies ist allerdings zeitaufwändiger und nach meiner persönlichen Erfahrung auch nicht ganz so effektiv wie die Nadeln.

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